Startseite Was tun? Leistung Organisation DIN EN 15017 Bestattungsart Trauerhalle  
Vorsorge Vorvertrag Erbrecht Kontakt Anfahrt Impressum  
 

 

45276 Essen - Steele

Bochumer Landstraße 177

Telefon 0201 - 53 32 94

Telefax 0201 - 50 01 46

 

Pflichtteil Erbe / Erbschaft - Überblick

Das Pflichtteilsrecht lässt Abkömmlinge oder Eltern sowie Ehegatten und den Lebenspartner des Erblassers auch dann am Nachlass teilhaben, wenn sie der Erblasser durch Testament oder Erbvertrag von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen hat. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

Die Frage nach dem Pflichtteil stellt sich nicht nur im Falle einer Enterbung, sondern ggf. auch, wenn ein Erbe die Erbschaft, oder Zuwendungen des Erblassers, die dieser bereits zu Lebzeiten getroffen hat, ausschlägt. Die Regelungen hinsichtlich des Pflichtteilsrechts finden sich in den §§ 2303 - 2338 BGB.

Hinweis (Stand 16.03.2008): Das Bundesjustizministerium plant eine Reform des Erbrechts. Ein wichtiger Bestandteil ist die Reform der Vorschriften über das Pflichtteilsrecht. Derzeit können Kinder, Eltern, Ehegatten oder Lebenspartner des Erblassers auch dann einen Teil des Nachlasses verlangen, wenn sie enterbt wurden. Der Pflichtteil beträgt dann die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. An der Höhe des Pflichteils soll sich nichts ändern, wohl aber an dessen Voraussetzungen. Im Einzelnen soll künftig folgendes gelten:

1. Die vollständige Enterbung eines Pflichtteilsberechtigten soll künftig leichter werden. Trachtet ein Pflichtteilsberechtigter ihm nahe stehenden Personen wie Stief- und Pflegekindern nach dem Leben, oder misshandelt sie körperlich schwer, soll ein Grund zur Enterbung vorliegen. Bis dato ist dies nur möglich, wenn es ein solches Verhalten gegenüber dem Erblasser, seinem Ehegatten, Lebenspartner oder seinen Kindern gab. Die Möglichkeit einer Enterbung wegen "ehrlosen und unsittlichen Lebenswandels" soll entfallen. Dafür soll es zur Entziehung des Pflichtteils ausreichen, wenn eine rechtskräftige Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung vorliegt.

2. Pflegeleistungen sollen bei Erbschaften künftig stärker Berücksichtigung finden. Dazu ist vorgesehen, dass der Pflegebetrag von der unter den Erben aufzuteilenden Summe abzuziehen ist. Für den pflegenden Angehörigen soll so am Ende mehr bleiben.

3. Wer ein Haus oder Unternehmen erbt, sieht sich oftmals der Tatsache gegenüber, dieses Vermögen veräußern zu müssen, um weiteren Erben den Pflichtteil auszahlen zu können. Die auch jetzt schon für pflichtteilsberechtigte Erben geltende Stundungsregelung soll nach der Reform für jeden Erben durchsetzbar sein, also z.B. auch für die Nichte des Erblasser, die keine Pflichtteilsberechtigte ist.

4. Schenkungen des Erblassers zu dessen Lebzeiten sollen privilegiert werden. Bisher sind diese Schenkungen bis zu 10 Jahren vor dem Tod des Erblassers auf Verlangen des bzw. der Pflichtteilsberechtigten ausgleichspflichtig. Pflichtteilberechtigte werden mit dieser Regelung so gestellt, als ob es die Schenkung nicht gegeben hätte. Im Zuge der Reform soll sich dies ändern: Je länger die Schenkung zurück liegt, umso weniger soll für die Pflichtteilberechnung von Bedeutung sein. Lag die Schenkung im ersten Jahr vor dem Erbfall würde sie voll in die Berechnung des Erbes einbezogen, lag sie zwei Jahre davor nur noch zu 9/10 und in jedem weiteren Jahr um jeweils ein Zehntel weniger.

Zur Übersicht: Erbrecht

 
 

Die Inhalte dieser Seite sollen lediglich einen Überblick über allgemeine Rechtsfragen vermitteln. Sie können eine Rechtsberatung im Einzelfall nicht ersetzen. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und der Aktualität der vorgehaltenen Inhalte wird nicht übernommen.